04.04.2025 - Sein Engagement als Trainer der schwedischen Nationalmannschaft hatte Jörgen Persson nach dem äußerst erfolgreichen Auftritt seiner Schützlinge bei den Olympischen Spielen in Paris beendet. Nun steht seine nächste Etappe fest: Wie schwedische Medien am Mittwoch berichteten, wird der 58-Jährige ab Mitte April als Nationaltrainer in Saudi-Arabien arbeiten. Dabei räumt er ein, dass es sich dabei um einen lukrativen Deal handele, den er nicht ablehnen konnte.
Nicht mehr Truls Moregardh und Anton Källberg, sondern Ali Alkhadrawi und Abdulaziz Bu Shulaybi: Der ehemalige schwedische Nationaltrainer Jörgen Persson wird künftig das saudi-arabische Team anführen. Für ihn stelle dies eine spannende sportliche Herausforderung dar, er verschwieg gegenüber der Zeitung Hallandsposten aber auch nicht, „dass es auch gut entlohnt wird“. So sprach der 58-Jährige, der bei den Olympischen Spielen in Paris noch zwei Silbermedaillen mit der schwedischen Mannschaft gewonnen hatte, von einem „Angebot, das ich nicht ablehnen konnte“.
Die problematische Menschenrechtslage in dem Land sei ihm dabei durchaus bewusst. Unter anderem wird in Saudi-Arabien regelmäßig die Todesstrafe angewandt, es werden politisch Andersdenkende verfolgt und Frauen diskriminiert. Der Sport dient dabei in Saudi-Arabien - wie in vielen autokratischen Staaten - als willkommene Gelegenheit, um ein positives Image in die Welt zu transportieren, was gemeinhin als „Sportswashing“ bezeichnet wird. Persson wolle sich in seiner neuen Stelle aber auf den Sport konzentrieren und seine Ziele verfolgen, die saudi-arabische Mannschaft auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vorzubereiten und mehr Mädchen an den Tischtennissport heranzuführen.
Mit den saudi-arabischen Sportlern wird der siebenfache Olympionik zunächst auf einem anderen Level unterwegs sein als mit seinen Landsmännern Moregardh und Co. Der beste Spieler des Landes ist Ali Alkhadrawi, der aktuell auf Rang 290 der Weltrangliste notiert ist. Immerhin: Beim Asian Cup vor wenigen Wochen gelang dem 27-Jährigen eine Überraschung, als er die aktuelle Nummer 26 der Welt, Hiroto Shinozuka aus Japan, mit 3:2 besiegte. Man darf gespannt sein, was für Erfolge er unter Perssons Anleitung noch feiern darf.
(JS)
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